Heilmittel der Homöopathie: Was ist Homöopathie?

Der Begriff Homöopathie stammt aus dem Griechischen "homoion" (= ähnlich, gleich) und "pathos" (= Leiden, Krankheit).

Substanzen oder Medikamente, die in hoher Dosierung eine ähnliche Krankheit verursachen würden, werden aufbereitet und in wesentlich kleinerer Menge verabreicht. Durch Anregung der körpereigenen Abwehrkräfte wird der Körper bei der Heilung unterstützt. Die Homöopathie ist eine Reiz- und Regulationstherapie. Somit wird "Ähnliches durch Ähnliches geheilt" (lat. "similia similibus curentur").

Schon Hippokrates in vorchristlicher griechischer Zeit und Paracelsus im Mittelalter machten sich diese "Ähnlichkeitsregel" bei ihren Heilmethoden zu Nutze. Wiederentdeckt und erheblich durch Forschungen und Selbstversuche ausgebaut wurde das homöopathische Prinzip von Samuel Hahnemann vor mehr als 200 Jahren.

Ein Beispiel für die Ähnlichkeitsregel:

Der Stich der Biene erzeugt brennende Schmerzen mit Schwellungen. Leidet ein Kranker unter brennenden (Hals)-Beschwerden mit Schwellung, wird der Homöopath eben dieses ähnliche "brennende Gift der Biene" (Apis mellifica) verordnen, jedoch in einer aufbereiteten Form mit geringerem Wirkstoffgehalt. Dieses homöopathische Aufbereiten nennt man "Potenzieren". Es wird somit ein Reiz gesetzt, der die Heilung beschleunigt.

Ganz anders geht die Allopathie (Griechisch: "allo" = anders, entgegen) bei brennenden Halsbeschwerden vor: gegen die Halsschmerzen werden Schmerzmittel gegeben, gegen die Rötung Lutschtabletten, gegen die Bakterien Antibiotika, gegen die Schwellung evtl. kühlende Umschläge.

Homöopathie:

Die Homöopathie (homoios bedeutet ähnlich, pathos ist die Krankheit) ist untrennbar verbunden mit dem Namen ihres Entdeckers, des deutschen Arztes, Pharmazeuten und Chemikers Dr. Samuel Hahnemann (1755-1843). Er entdeckte in Selbstversuchen mit Chinarinde, die bei Malariakranken zur Fiebersenkung eingesetzt wurde und wird, daß ein gesunder Mensch, der eine gewisse Menge an Chinarinde zu sich nimmt, malariaähnliche Beschwerden bekommt. Diese Beobachtung veranlaßte ihn, gesunden Patienten tierische, pflanzliche und mineralische Substanzen zu verordnen, um schließlich die einsetzenden Symptome genau zu studieren.

Er stellte dabei fest, daß diese Arzneien exakt die Symptome hervorrufen, die sie an Erkrankten heilen sollen. Diese verblüffende Erkenntnis formulierte er schließlich in dem Leitgedanken der Homöopathie wie folgt: „Wähle, um sanft, schnell, gewiß und dauerhaft zu heilen in jedem Krankheitsfall eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden hervorrufen kann, als sie heilen soll.“

Diese „Simile-“ oder Ähnlichkeitsregel besagt nichts anderes, als daß Ähnliches Ähnliches heilen soll. Ein stark verdünntes Mittel, das eine Krankheit hervorruft, kann diese auch heilen. Ein vereinfachtes Beispiel soll dies verdeutlichen: Was z.B. die Zwiebel an einem Gesunden hervorruft, nämlich Augentränen und Naselaufen, das kuriert sie in homöopathischer (also stark verdünnter) Zubereitung bei einem an Schnupfen erkrankten Menschen. Oder: Koffein in hoher Dosis putscht bekanntlich auf und verhindert so abends das Einschlafen. Gleichzeitig hat sich Koffein in homöopathisch verdünnter Form als hervorragendes Einschlafmittel bewährt.

Entscheidend ist neben der Auswahl des geeigneten Arzneimittels die sogenannte Potenzierung. Hahnemann verabreichte seine Arzneien anfangs in relativ hoher Dosierung, wobei er häufig eine vorübergehende Erstverschlimmerung feststellte. Die Symptome seiner Patienten verschlimmerten sich also zunächst. Um diese lästige Erstreaktion möglichst gering zu halten, verkleinerte er zunehmend die Arzneidosis. Die Ausgangslösung, auch Urtinktur genannt, wird dementsprechend mit einem Lösungsmittel (meist ein Alkohol- Wasser- Gemisch) stufenweise verdünnt und geschüttelt. Falls die entsprechenden Substanzen nicht löslich sind, werden sie mit Milchzucker zu Globuli oder Tabletten verrieben und gepreßt. Verwendung finden dabei Urtinkturen aus Pflanzen, Tierorgangeweben (oft fötales Gewebe) und Mineralien.

Erst dieser Prozeß der Potenzierung fördert die eigentlichen dynamischen Kräfte der jeweiligen Heilsubstanz. Erfolgt dieser Potenzierungsprozeß in Zehnerschritten (1:10), spricht man von D-Potenzen (Dezimalpotenzen), erfolgt er in Hunderterschritten, spricht man von C- Potenzen (Centesimalpotenzen). Die D1-Potenz entsteht demnach durch Vermischung von 1 Teil Urtinktur mit 9 Teilen Lösungsmittel. Wird ein Teil der derart gewonnenen D1-Potenz erneut mit 9 Teilen Lösungsmittel gemischt und geschüttelt, erhält man die D2 und so fort. Bei diesem exakten und stufenweisen Prozeß der Verdünnung stellte Hahnemann fest, daß sich die Kraft – und damit die Heilwirkung – eines Arzneimittels mit dem Grad seiner Verdünnung steigert.

In der Praxis heißt das: Je chronischer eine Krankheit, desto höher muß die Potenz gewählt werden. Handelt es sich um akute Erkrankungen, so werden meist Potenzen zwischen D4 und D12 verwendet. Bei chronischen Erkrankungen können auch C-Potenzen verabreicht werden.

Häufig wird von Seiten der Naturwissenschaft Kritik an der Homöopathie geübt. Diese Kritik wird unter anderem damit begründet, daß ab einer Potenz von D24 oder C12 aus rein physikalischen Gründen kein Molekül der Ursubstanz mehr in der verabreichten Lösung enthalten sei. Dem steht die sogenannte Imprinttheorie der Homöopathen entgegen, die besagt, daß die verwendete Urtinktur der Lösungssubstanz durch den Vorgang des Verdünnens und Aufschüttelns ihre energetische „Information“ einprägt. Somit trägt die Lösesubstanz die Botschaft zur Heilungsanregung schließlich in sich, um den Organismus entsprechend anzuregen.



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