Heilmittel der Homöopathie: Die wichtigsten homöopathischen Heilmethoden

Bachblüten-Therapie:
Hierbei handelt es sich um ein in den 1930er Jahren entwickeltes alternativmedizinisches Verfahren. Der Schöpfer dieser Therapie Dr. Edward Bach betrachtete sie als Erweiterung der Homöopathie. Sie ist eine der Homöopathie ähnliche Methode zur Behandlung und Mitbehandlung akuter und chronischer psychosomatischer Krisen und Erkrankungen. Es werden dabei homöopathieartige Aufbereitungen der wässrigen Auszüge von 38 wildwachsenden Pflanzen verwendet.
Die Therapie basiert auf der Hypothese, dass jeder körperlicher Krankheit eine seelische Gleichgewichtsstörung vorausgehe und dass die Harmonisierung von Gefühlen und Gedanken eine Heilung bewirken könne.

Bach postulierte 38 disharmonische Seelenzustände (u. a. Ängstlichkeit, Ärger, Kummer) der menschlichen Natur, denen er jeweils eine Blütenessenz zuordnete.
Es kommt bei dieser Therapiemethode nach Einnahme zu einer Veränderung von Denkmustern, was sich letztlich auf den Gesamtorganismus positiv auswirkt. Angestrebt wird die gezielte Auflösung und Ausleitung von blockiertem, seelischem Energiepotential. Dies begünstigt die Freisetzung von physischer Energie, welche für den ganzheitlichen Heilungsprozess benötigt wird.

Irisdiagnose (Augendiagnose)
Schon von Hippokrates ist aus dem Altertum bekannt, dass er durch Betrachtung der Iris (Regenbogenhaut des Auges) Rückschlüsse auf Krankheiten zog. Die moderne Form dieser Diagnose beruht hauptsächlich auf den Forschungen des ungarischen Arztes Ignatz von Peczely. Er veröffentlichte seine Ergebnisse 1881. In der Iris des Menschen spiegelt sich sein Körper gleichsam wie auf einer Landkarte wider. Für jeden Bereich gibt es Zonen und Felder, die mit Veränderungen auf Vorgänge reagieren. Mit Hilfe mikroskopischer Vergrößerungen kann der erfahrene Diagnostiker sehr genaue Rückschlüsse auf den Zustand des Patienten ziehen und so mit einer gezielten Therapie zur Behandlung übergehen.

Akupunktur:
Die Akupunktur ist eine Regulationstherapie der traditionellen chinesischen Medizin. Hierbei werden durch Stechen von Nadeln (Gold, Silber, oder Stahl) in bekannte, klassische Reizpunkte der traditionellen chinesischen Medizin Funktionsstörungen behoben und Schmerzzustände vorübergehend oder auf Dauer gelindert oder beseitigt.

In der Akupunktur wird die Existenz von 361 Akupunkturpunkten angenommen, die auf den Meridianen angeordnet sind. Demnach gibt es zwölf Hauptmeridiane, die jeweils spiegelverkehrt auf beiden Körperseiten paarig angelegt sind.
Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Münzgroße Rötungen der Haut um die eingestochenen Nadeln sind ein Zeichen der therapeutischen Reaktion und damit als günstig einzuschätzen. Bei chronischen Schmerzzuständen kann Akupunktur als Alternative zu Arzneitherapien Abhängigkeiten vermeiden oder die Therapie gegen Medikamentensucht unterstützen.

Chiropraktik:
Diese Heilmethode ist eine seit 2000 Jahren angewandte Methode, um ursprünglich speziell Rückenleiden nur mit Hilfe der Hände zu heilen.
Schon Hippokrates wusste, dass die Verrenkung eines Wirbels krankhafte Folgen überall im Körper zur Folge haben kann. Im Umkehrschluss musste die Richtigstellung des Wirbels das Übel wieder verschwinden lassen. Auf dieser Erkenntnis beruht das Prinzip der Chiropraktik. Als ihr neuzeitlicher Wiederentdecker gilt der Amerikaner David Daniel Palmer. Ihm gelang es 1895, einen fast völlig ertaubten Patienten durch Einrenken der Halswirbelsäule zu heilen.
Diese von dem Amerikaner David Daniel Palmer wiederentdeckte Heilmethode wurde jahrzehntelang fast ausschließlich von Heilpraktikern angewendet, ist inzwischen aber auch von der Schulmedizin anerkannt. Sie führt nicht nur zu Linderung und Heilung von Hexenschuß oder Ischalgien, Schulter-Arm-Syndromen, sondern hilft auch bei einer Vielzahl klassischer „Innerer“ Erkrankungen wie Magen-Darm-, Leber-Galle,-, Herz-Beschwerden und vieles mehr.
Durch die natürliche und weitgehend gefahrlose Behandlung werden krankmachende Blockaden und Störungen der zwischen den Wirbeln austretenden Nervenbahnen nach gründlicher Untersuchung gezielt und absolut schmerzlos und sanft gelöst. Der natürliche Selbstheilungsmechanismus des Körpers wird so wieder funktionstüchtig.

Eigenblutbehandlung:
Eigenblutbehandlung kann in vielen Fällen eine hochwirksame, völlig nebenwirkungsfreie Heilmethode sein. Dabei wird eine geringe Menge Venenblut (oft auch mit homöopatischen Medikamenten versetzt) in den Gesäßmuskel injeziert und so ein künstlicher Bluterguß erzeugt. Er wird vom Blut- und Lymphsystem unter spürbarer Aktivierung der körpereigenen Abwehr abtransportiert und ausgeschieden. Ziel dieser erfolgreichen Therapieform ist die Wiederherstellung, Schulung und Stärkung des körpereigenen Abwehrsystems, um die Widerstandskraft gegenüber körperfremden Einflüssen zu erhöhen.

Anwendungsgebiete:
- Chronische Entzündungen der Atemwege, des Urogenitaltraktes und der Gallenwege
- allgemeine Infektanfälligkeit wird gelindert
- vegetative Störungen werden durch die Reizantwort des vegetativen Nervensystems günstig beeinflusst
- Sämtliche Allergien u.s.w.

Kinesiologie, angewandte
Die Kinesiologie ist ein relativ junges Naturheilverfahren, in den 60er Jahren entwickelt vom amerikanischen Chiropraktiker Georg Goodheart. Er entdeckte bei seiner Arbeit zufällig, dass sich aus Muskeltests Rückschlüsse ziehen lassen auf den übrigen Zustand des Patienten, vor allem auf das Energiesystem des Körpers.

Der Begriff „angewandte Kinesiologie“ umschreibt die Grundlagen eines Systems, das manuelles Muskeltesten verwendet, um damit Informationen über Vorgänge im Körper und Funktionen des gesamten Organismus zu bekommen. Sie soll eine schnelle und veranläßliche Methode zum Feststellen von organischen Fehlfunktionen, Allergien, Erkrankungsmängeln, energetischen Blockaden, Störfeldern, strukturellen Unausgewogenheiten und deren therapeutischer Beeinflussbarkeit sein. Die angewandte Kinesiologie ist eine manuelle, sowohl diagnostische als auch therapeutische Methode und von Apparaten völlig unabhängig. Durch richtig angewandte Muskeltests soll auch die Wirksamkeit einer therapeutischen Maßnahme überprüft werden können. In der vorbeugenden Medizin sollen energetisch-funktionelle Störungen besser entdeckt werden, lange bevor diese zu ernsthaften Erkrankungen oder Organschäden führen.

Neuraltherapie:
Im Jahre 1925 entdeckten die Brüder Huneke per Zufall die Heilwirkung des Procains. Sie entwickelten dann aus verschiedenen Einzeltechniken eine eigenständige Therapiemethode und nannten diese anfänglich "Heilanästhesie". Später tauchte auch der Begriff "Segmenttherapie" auf, bis dann der heute gebräuchliche Fachbegriff Neuraltherapie entstand.
In dieser Therapieform wird mit örtlich wirksamen Betäubungsmitteln gearbeitet. Das derzeit bekannteste ist Procain. Zur Behandlung wird in diesem Fall Procain in die Haut, oder direkt an Nerven, Blutgefäße, Muskeln oder Gelenken injeziert. Hierdurch sollen die übergeordneten Regelkreise des Körpers beeinflußt werden. Nach den Vorstellungen der Brüder Huneke kommt es über das Nervensystem zu einer Umstimmung des Stoffwechsels und somit zu einer Neuregulation der Körperrhythmen.

Als Anwendungsbereiche werden in verschiedenen Quellen angegeben:
- akute Schmerz- und Entzündungszustände (Kopfschmerzen, Hexenschuß, Ischiasbeschwerden, etc)
- chronische Schmerzen ( rheumatischer Formenkreis, Bandscheibenschäden, Tumorleiden, etc)
- chronische Erkrankungen aufgrund eines Störfeldes (Angina pectoris, Kreislaufbeschwerden, Migräne)
- Umstimmung bei vegetativen Beschwerden und hormonellen Störungen (Schilddrüsenprobleme)

Physiotherapie:
Sie ist eine der ältesten Therapieverfahren der Menschheit und die äußerliche Anwendung von Heilmitteln. Sie orientiert sich bei der Behandlung sowohl an den nätürlichen chemischen und physikalischen Reizen der Umwelt (Wärme, Kälte, Druck, Strahlung, Elektrizität ...) als auch an den anatomischen und physiologischen Gegebenheiten des Patienten.
Insbesondere bei Nacken,- Schulter- und Rückenproblemen ist die Anwendung von Massagen besonders erfolgreich. Dabei wird die örtliche Durchblutung gesteigert, der Venen- und Lymphbereich entstaut, der Muskeltonus reguliert, Gewebeverklebungen gelöst, Schmerzen entgegengewirkt und über s.g. Reflexbögen auch innere Organe positiv beeinflusst. So findet neben der Heilmassage und der Sportmassage auch die Entspannungsmassage besondere Beachtung.

Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie:
Bei der von dem deutschen Professor Manfred von Ardenne in den 70er Jahren entwickelte Sauerstoff-Mehrschritt-Regenerationstherapie (SMT) wird zunächst der Sauerstoffdruck des Blutes gemessen, der dann den Therapieverlauf vorgibt, bei dem Sauerstoff ausschließlich über die Atmung zugeführt wird. Das geschieht in mehreren Sitzungen, auch unter kreislaufbelastenden Bedingungen wie z.B. Kniebeugen. Der Körper soll wieder in der Lage versetzt werden, genügend Sauerstoff für alle Funktionen aus der Atemluft zu gewinnen. Angewendet wird die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie bei allen Erkrankungen, deren Ursache auf eine Mangelversorgung zurückzuführen ist.
Auf diese Weise gelingt es, die körperliche Leistungsfähigkeit um bis zu 90% bei geschwächten oder kranken Personen für Monate bis Jahre zu steigern.

Ab- und Ausleitende Verfahren
Ihre Geschichte geht zurück in die Geschichte der Römer, Griechen, Ägypter und Inder. Damals schrieb man die Ursache für Krankheit einer fehlerhaften Zusammensetzung der Körpersäfte zu. Begründer dieser "Säftelehre" ist Hippokrates (460-377 v. Chr.). Man betrachtete die Zelle als eine Einheit, die nur im Zusammenhang mit den sie umgebenen Körpersäften gesehen werden darf.

Die alten Erfahrungen der Säftelehre und die neuen Erkenntnisse über die Regelkreisläufe im Körper führen zu vielfältigen Möglichkeiten der Entgiftung. Aderlaß, Baunscheidtieren, Blutegeltherapie, Darmband, Dauerbrause, Kantharidenpflaster, Schröpfen etc.

Biofeedback
Der Nervenarzt und Psychotherapeut Prof. Dr. med. Hans- Carl Leuner an der Universität von Göttingen entwickelte ein Gerät, mit der Atemfrequenz, Muskelanspannung, Pulsschlag und Hauttemperatur erfasst und in Licht- und Tonsignale umgesetzt werden. Über Kopfhörer und Brille erfährt der Patient unmittelbar den Anspannungszustand seines Körpers. Die Verbindung von Entspannungsübungen mit einer direkten Kontrolle ermöglicht schnelle Erfolge. Tiefe innere Ruhe, Gelassenheit und Distanz gegenüber der Umgebung sind das mögliche Ergebnis dieses Zweiges der Psychotherapie. Fast 90% der Behandelten empfinden das Verfahren als angenehm, lösend und entspannend.

Fußreflexzonendiagnostik und –therapie
Aus alten Überlieferungen ist bekannt, dass schon vor ca. 5000 Jahren in Asien Druckpunktbehandlungen gegen Krankheiten in Gebrauch waren. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden ähnliche Verfahren in Mitteleuropa ausgeübt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts griff der amerikanische Arzt Dr. Fitzgerald die Fußreflexzonenmassage wieder auf und von der Amerikanerin Eugenice Ingham wurde der Grundstein für die heute bekannte Therapie gelegt.
Die Fußreflexzonentherapie soll regulierend in die Funktionen des Körpers eingreifen. Wie bei vielen anderen naturheilkundlichen Verfahren geht auch diese Therapie davon aus, dass der Körper als ein Ganzes betrachtet werden muss. Störungen und Beschwerden äußern sich an vielen Stellen des Körpers und können auch von dort aus behandelt und beseitigt werden. Die Reflexpunkte befinden sich seitlich sowie unter- und oberhalb der Füße.



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